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Wie findet man einen seriösen Züchter?

Auswahl mit Verstand
Endlich hat der angehende Hundehalter sich für eine Rasse entschieden, deren Größe, Art und angezüchtetes Verhaltensrepertoire gut zu ihm passt. Nun steht er vor einem neuen Problem: Wo erhalte ich den gewünschten Welpen und wie finde ich einen seriösen Züchter?

Möglichkeiten, an Züchteradressen zu kommen gibt es viele: In Zeitungen finden sich hier und da Kleinanzeigen, Hunde-Fachzeitschriften sind voll von Angeboten verschiedener Züchter und auch im Internet wird man auf der Suche nach Züchtern in der Umgebung meist schnell fündig. Auf was bei dem Studieren von Kleinanzeigen, der Kontaktaufnahme und dem ersten Treffen mit dem Züchter zu achten ist, das wissen die wenigsten. Dabei ist eine sichere Beurteilung, ob es sich um einen seriösen Züchter handelt oder nicht, wichtig. Denn wer will schon einem skrupellosen Tierhändler aufsitzen, der einem einen wesensschwachen und vielleicht kranken Hund vermittelt – nur, weil er sich nicht im Vorfeld ausreichend informiert hat? "Die Massenvermehrer, die in Hinterhöfen in Osteuropa Mode-Hunde wie Labradore und Golden Retriever produzieren und sie hier zu Dumping-Preisen feilbieten, gibt es – wer genau hinsieht, merkt aber schnell, dass etwas faul ist", sagt Leif Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V. Nach Angaben des VDH gibt es in Deutschland 500.000 Welpen im Jahr.

"25 Prozent stammen aus Zuchten, die den Rassezuchtvereinen des VDH angehören, 20 Prozent sind Importe, insbesondere aus Osteuropa, und 55 Prozent kommen aus unkontrollierten Zuchten und – zu einem deutlich geringeren Anteil – aus kontrollierten Zuchten anderer Verbände", sagt Kopernik.

Vorsicht vor Massenzüchtern
Experten wissen, dass dringend davon abzuraten ist, auf Angebote in Kleinanzeigen einzugehen, in denen angebliche Rassehunde zu wahren Schleuderpreisen angeboten werden. "Kein seriöser Züchter kann einen "Westie" für 150 Euro oder einen Golden Retriever für 350 Euro kostendeckend abgeben, wenn er auf wichtige züchterische Aspekte wie Gesundheit und Wesensfestigkeit Wert gelegt hat", sagt Friedrich Ahl vom Internationalen Gebrauchs- und Rassehunde Dachverband (IGRD) e. V. Deutschland, der selbst in der Vergangenheit eine Hundezucht hatte. "Der Züchter muss von den Einnahmen nicht nur Impf- und Entwurmungskosten, Leinen, Bürsten, Kämme, Decken, Spielzeuge, Futter- und Wassernäpfe, Hundesteuer, Routine-Checks und tierärztliche Behandlungen bei Krankheit bezahlen, sondern auch Ausgaben für die Züchtung decken", erklärt Ahl. Dazu gehörten zum Beispiel die tierärztliche Untersuchung der Zuchthündin, die Kosten für den Deckakt und die Benzinkosten für den Weg zum Zuchtrüden. Der persönliche Einsatz, der gefordert sei, damit die Geburt der Welpen gelingt und alle Kleinen gesund ihrem neuen Besitzer übergeben werden können, sei dabei oft nicht eingerechnet, so Ahl. "Massenzüchter verzichten oft auf teure Impfungen und teures, hochwertiges Futter und entreißen die Welpen ihrer Mutter nicht selten im zarten Alter von fünf Wochen, damit sie schnell Geld mit dem Verkauf der Welpen machen können", erzählt Ahl und ergänzt: "Auch der illegale Import der Hunde in Kisten oder einem Kofferraum verursacht oft schlimme Traumata bei Hunden", so Ahl. Um einen Massenzüchter, der solche Praktiken anwendet, zu erkennen, sollten Interessenten, die über Kleinanzeigen suchen, die Anzeigenrubrik der Zeitungen gut studieren; denn neben den ungewöhnlich günstigen Preisen für Rassehunde gibt es auch noch andere entlarvende Hinweise: "Bietet ein Züchter mehrere Rassen gleichzeitig an, ist Vorsicht geboten", sagt Kopernik.

Ahnentafeln sind keine Garantie
Wer auf Nummer sicher gehen will, wendet sich an die Hunde-Verbände. Beim VDH oder dem IGRD erhalten Interessenten den Kontakt zu Zuchtvereinen der gesuchten Rasse. Die Vereine können einem dann Zuchten nennen, die strengen Kontrollen unterliegen. "Wir kontrollieren die Zuchtstätte auf Licht, Sauberkeit und sonstige Bedingungen, bevor wir ein neues Mitglied aufnehmen und auch jeder Wurf wird genauestens überprüft", sagt Ahl und ergänzt: "Wenn ein Vereinsmitglied einen Wurf meldet – das muss innerhalb von drei Tagen geschehen -, dann besucht der Zuchtrat in den kommenden drei Tagen den Züchter und überprüft Zuchtstätte, Hündin und den Wurf. Sechs Wochen später erfolgt die zweite Kontrolle, bis zu der auch überprüft wurde, ob die Hündin und der Rüde eine korrekte Ahnentafel haben. Nur, wenn das der Fall ist, erfolgt die Abnahme der Welpen und die Erstellung der Ahnentafel für die Welpen." Ahl empfiehlt daher, sich vor dem Kauf eines Rassehundes die Ahnentafel genau anzuschauen: "Sie ist ein Zeichen für einen seriösen Züchter, aber keine Garantie." Beim VDH weiß man, dass Papiere von unseriösen Züchtern häufig gefälscht werden und Massenzüchter Ahnentafeln vorweisen, die oft nicht echt sind: "Man sollte sich deshalb auch die Zuchtanlage und die Eltern anschauen und nach einem Wurfabnahmeprotokoll fragen", rät Kopernik und fügt hinzu: "Nur wer Papiere gezeigt bekommt, die einen Abstammungsnachweis aus kontrollierter Zucht wie die VDH-Raute enthalten, kann sicher sein – sonst bleibt einem oft nur, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen." Um angehenden Hundebesitzern die Suche nach einem seriösen Züchter zu erleichtern, hat der VDH eine Checkliste herausgegeben (www.vdh.de/Welpenvermittlung). Auf den Internetseiten von Verbänden und Vereinen, wie zum Beispiel auf der des IGRD (www.igrd.de), können direkt Kontaktdaten von Vereinsmitgliedern eingesehen werden, die Würfe aus ihrer Zucht gemeldet haben.

Tipps zur Anschaffung eines Tieres bietet die Broschüre "Verantwortungsvoll mit Tieren leben" vom ZZF. Sie ist erhältlich gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten A5-Rückumschlags beim ZZF, Postfach 1420, 63204 Langen. Oder bestellen Sie die Broschüre "Welches Tier passt zu mir", die gegen Zusendung eines mit 1 Euro
frankierten Rückumschlages beim Deutschen Tierschutzbund angefordert werden kann.

Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Uelzener Versicherungen
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