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Moods - Lebensphilosophie eines Cairnjungen

75 g --- und ich habe es geschafft.

Frauchen nennt mich Zigarre.

Am 2.10.2010 wurde ich geboren. Ich war das erste Baby, das meine Mama Rieka bekommen hat. Mein Menschenfrauchen sagte, daß das mein Glück war. Wäre ich nicht das erste Welpchen gewesen, wäre meine Überlebenschance gleich Null gewesen.

Aber lasst mich mal erzählen:
Ich kam ziemlich zügig auf die Welt, meine Mama hatte nur ein paar Presswehen und schon war ich da. Aber wie sah ich aus? Mein Frauchen war traurig, weil ich so mitleidserregend aussah. Ich war genauso groß wie meine Nachgeburt, das Fruchtwasser war grün und hatte mein Fellchen auch dunkelgrün eingefärbt. Und ich hatte nicht geatmet, habe nur schlapp in der Hand von Frauchen gelegen und mich nicht bewegt. Alles war weich an mir, mein Köpfchen hing einfach nur runter. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ich meine letzten Kräfte gesammelt habe als mein Frauchen mich als tot bezeichnet hatte. Schnell habe ich ein Beinchen bewegt, mein Herrchen hat es genau gesehen. Erst als ich mein Mäulchen aufgerissen habe, sah es auch Frauchen. Nun wurde ich ganz feste gerubbelt, abgesaugt und ausgeschlackert. Weil mein nächstes Geschwisterchen schon kam, musste Herrchen mich lange rubbeln. Als mein Bruder auf der Welt war, konnten alle sehen wie winzig ich war. Frauchen sagte: "Der sieht ja aus wie eine Zigarre mit Streichholzbeinen." Mein Köpfchen war eher so groß wie eine Haselnuss. Meine Zunge war so klein, daß ich Mamas Zitze gar nicht umschließen konnte und ehrlich gesagt, ich war auch zu schwach. Frauchen drückte mir Mamas Milch direkt in mein Mäulchen. Schlucken konnte ich sehr gut. 75 g wog ich, meine 3 Geschwister wogen bald dreimal so viel, hatten stramme Beinchen und einen dicken Kopf. Sie krabbelten hin und her und über mich hinweg. Aber ich lebte, bekam zu trinken, es war warm und Mama putzte mich. Mein Gewicht ging am ersten Tag auf 71 g runter; ich hatte aber abends meine 75 g wieder. So ist es geblieben; ich nahm stetig zu. Cairnjungen müssen ja groß und stark werden. Also habe ich gemeckert bis Frauchen wieder für mich meine Milch abgepumpt und mir gegeben hatte. Jede Stunde brauchte ich ein paar Tröpfchen. An meinem 5. Lebenstag bekam ich furchtbare Bauchschmerzen. Mama konnte lecken wie sie wollte, Frauchen konnte mein Bäuchlein massieren, aber kein Häufchen kam. Ich habe mächtig geweint, auch noch beim Tierarzt, der mir einen Einlauf mit einem dünnen Schlauch machte und mir Spritzen und Medizin gegeben hatte. Aber nachmittags war ich wieder glücklich. Ein Katzenmedikament "Bezo pet" habe ich die nächsten Tage bekommen, damit mein Häufchen nur so fluppte. Mit einer Woche hatte ich das Geburtsgewicht meiner Geschwister erreicht. Meinen Namen habe ich auch schnell bekommen. Weil ich so aussah wie eine Zigarre, suchte Frauchen einen Zigarrennamen mit "M" und wurde mit Moods fündig. Und weil ich immer gute Laune habe, passt der Name auch zu mir.

Meine Äuglein gingen am 12. Tag auf. Frauchen sagt, daß ich genauso normal bin wie meine dicken Geschwister. Mein Köpfchen ist gewachsen, meine Beinchen sind stramm geworden und lange schon
bin ich so kräftig, daß ich Mamas Milch alleine saugen kann. Frauchen hilft mir manchmal, mich gegen meine Geschwister zu erwehren. Sie sind so verfressen, daß sie mich kleinen Wicht einfach wegdrücken. Ich werde bestimmt so groß wie mein Papa; schließlich habe ich auch als einziges Kind sein dunkles Fell bekommen.

Es sind einige Wochen ins Land gezogen, Mama muss nun mal endlich wieder etwas über mich schreiben. Ich rase und flitze durch die Gegend – und ich bin der mutigste Cairnjunge der Welt. Ich erfinde immer neue Dinge, mit denen man tolle Spielchen machen kann. Ich gehe als Erster in den Garten und wenn ich unten am Laufbrett angekommen bin, dann kommen erst meine Geschwister. Ich habe einfach keine Angst vor nichts und niemanden. Frauchen lässt oft eine Geräusche-CD mit Blitz, Gewitter und Silvesterknallern laufen, aber mich juckt es überhaupt nicht. Mit meinen Zähnchen beiße ich auch kleine Knochen kaputt, schließlich werde ich ja auch gebarft und muss meinen Calciumbedarf decken. Macht richtig Spaß, wenn ich Knochen und auch meine Geschwister beißen kann. Ich bin mächtig gewachsen, aber noch lange nicht so groß und schwer wie meine Geschwister. Mein Fellchen ist dunkel geblieben, ich habe aber ein paar helle Stellen bekommen. So schimmert es richtig abwechslungsreich. Nächste Woche werde ich geimpft. Bald muss ich mich von meinen Geschwistern trennen. Frauchen hat beschlossen, daß ich noch etwas in der Familie bleiben darf bis ich das Gewicht meiner Schwestern und meinem Bruder erreicht habe. Da meine Hundetante Lisa auch Babys bekommen hat, kann ich dann mit ihnen spielen und ihnen alles zeigen, was Hundekinder so alles wissen müssen.

Als ich 10 Wochen alt war, passierte etwas Sonderbares. Christel und ihr Sohn kamen schon am frühen Vormittag. Sie hatten ein Halsband und ein buntes Plastikhaus mitgebracht. Mit beiden Sachen konnte ich zuerst gar nichts anfangen. Mir kam es schon komisch vor, daß mein Frauchen mich den ganzen Morgen getragen und gekuschelt hatte. Auf einmal hatte ich die Erklärung. Ich wurde ausquartiert! Christel öffnete das bunte Haus und machte dann mit einem Gittertürchen alles dicht und schon saß ich in einem Auto. Autofahren kannte ich, das war o.k. Aber so lange bin ich nie gefahren: ich beschloss ein kurzes Nickerchen zu machen. Irgendwann holte Christel mich raus und setzte mich auf den Boden. Was sah ich da: ein großer Kumpel schaute mich an. Freundlich wie ich war, ging ich auf ihn zu. Doch der machte nur "Krrr". Da man mich scheinbar nicht zum Spielen einladen wollte, ging ich auf Entdeckungstour. Kuschelkissen und Spielzeug fand ich, Freßchen bekam ich, und ich lernte mein neues Herrchen Peter kennen. Der freute sich, mich endlich kennen zu lernen. Meine Geschäfte habe ich auf der Terrasse auf der Zeitung gemacht. Ich weiß ja, daß man so was nicht auf dem Teppich oder in der Ecke machen soll. Ich bin ein reinlicher kleiner Cairnjunge geworden. Häufchen und Pipi macht man auf Gras oder auf einer Zeitung. Dann habe ich den großen Baum entdeckt; auf dem saß der "Kumpel" und noch so ein Ding in schwarz/weiß. Da passte ich auch noch drauf. Aber Frauchen hatte mir zum Abschied die Krällchen geschnitten, sonst wäre ich auch rauf geklettert. Christels Sohn hat mir geholfen. Das war ein toller Platz, um ein Schläfchen zu halten.



Die Kumpel sind Katzen hat man mir gesagt. Ich habe viel Arbeit mit Gismo und Liesa. Ich laufe ständig hinter Ihnen her und knurre sie an, aber die zwei sind ganz cool und drehen sich um. Naja, Hauptsache sie mögen mich und spielen mal mit mir. Wollt ihr wissen, was man mit einem Katzenklo alles machen: Buddeln, Katzensand rausschmeißen und auch mal Pipi dort machen. Christel hat genug damit zu tun, mit einem Besen wieder alles zusammen zu fegen. Ich freue mich, daß sie mir einen Besen gebracht hat. Zuhause hatte ich auch einen zum Spielen.

Christel hat mein Abendessen gebracht. Sie hat das gut gemacht; es schmeckt mir bei ihr. Ich glaube, daß ich mich hier bei Christel, Peter, Gismo und Liesa wohl fühlen werde. Alle sind freundlich zu mir und unterhalten mich, gehen mit mir in die weite Welt und kuscheln mich in den Schlaf. Ich träume oft von meinen Geschwistern, Mama und Tanten und auch von Frauchen und Herrchen. Ob sie auch an mich denken?

Euer Moods

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