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Gefährliche Urlaubserkrankungen
Im Süden können sich die Vierbeiner schwere Krankheiten
einfangen
Einen Platz auf dem Sofa, zumindest
das Körbchen im Wohnzimmer - Hunde gehören in Deutschlands
Familien einfach dazu. Klar, daß die vierbeinigen Lieblinge
auch beim Urlaub im Süden nicht fehlen dürfen. Egal,
ob an der Costa Brava oder Cote d'Azur, immer öfter sind
unsere vierbeinigen Freunde mit von der Partie. Doch, was für
Herrchen und Frauchen erholsam und schön ist, birgt für
die mitgereisten Hunde Gefahren. Nicht erst bei den Fernreisen
in die Tropen, sondern auch schon bei Trips an die französische
oder spanische Mittelmeerküste drohen Parasitenbefall und
Infektionen, die häufig tödlich sind. Die größten
Gefahren für die Hunde gehen von folgenden Infektionskrankheiten
aus:
Leishmaniose
Borreliose
Dirofilariose
Ehrlichiose
Babesiose
Tollwut
(Rabies)
Leishmaniose
Die Leishmaniose wird durch Leishmanien-Arten
(das sind Einzeller) verursacht. Die Leishmanien werden durch
weibliche Schmetterlings-, Sandmücken (Phlebotomus-Arten)
übertragen, wobei meist ein Mückenstich zur Infektion
ausreichend ist.
Diese Mückenart kommt im Mittelmeerraum, den Tropen und
den Subtropen vor.
Bei der Leishmaniose unterscheidet man drei Erscheinungsformen.
Zum einen die Haut~, die Schleimhaut~ und die innere (viszerale)
Leishmaniose.
Beim Tier wird vor allem der Hund, selten Katze befallen. Die
weibliche Mücke saugt Blut und nimmt den Parasiten dabei
mit auf, die Leishmanien vermehren sich in der Mücke innerhalb
ca. 5-6 Tagen zu der eigentlich infektiösen Form und sammeln
sich in der Nähe des Stechapparates an und werden beim nächsten
Saugakt mit übertragen. Im Blut des Opfers befallen sie
die weißen Blutkörperchen, in denen sie sich durch
Zweiteilung stark vermehren.
Als erste klinischen Erscheinungen können nach 10 Tagen
bis zu einem Jahr Fieber, Husten, Durchfall, Gewichtsabnahme,
Leber- und Milzschwellung und Lymphknotenschwellung vorkommen.
Die Leishmaniose beim Hund können durch eine gemischte Haut~
und eine innere Form gekennzeichnet sein. Bei der Hautleishmaniose
zeigt sich als erstes ein leichtes und mehrfaches Einreißen
der Ohrränder. Begleitet ist dieses Einreißen der
Ohrränder häufig mit Schuppenbildung an Ohren, Kopf
und schließlich am gesamten Körper. Abnormitäten
der Haut sind das häufigste Erscheinungsbild der caninen
Leishmaniose. Kleine schlecht verheilende Hautwunden, begleitet
von Haarausfall, vor allem im Gesicht, am Rücken, Schwanz
und auch an den Beinen bis schließlich der Körper
kahl ist, treten dann am ganzen Körper auf. Es können
sich auch Knötchen an Ellenbogen, Sprunggelenken und Knien
bilden mit einer eventuellen Blutungsneigung. Die Haut wird schuppig
und rissig. Die Krallen können brüchig werden, dies
führt dann zur Lahmheit. Die innere Leishmaniose ist durch
Schwäche, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Muskelschwund, Lymphknotenvergrößerung
gekennzeichnet. Auch können die Leber und Milz vergrößert
sein, im Blut sinkt die Lebensdauer der Blutzellen und bedingen
dadurch eine erhöhte Blutungsneigung und auch Blutarmut
Die Inkubationszeit für die Leishmaniose liegt zwischen
wenigen Wochen und sieben Jahren (daher meist kein Zusammenhang
mehr zum Auslandsaufenthalt sichtbar!!)
Die erste Verdachtsdiagnose ist
durch den klinischen Befund und dem Auslandsaufenthalt gegeben.
Des weiteren kann durch Laboruntersuchungen die Diagnose untermauert
werden.
Die Therapie ist meist teuer und langwierig, ohne allerdings
ist die Leishmaniose fast immer tödlich!
Schutz vor Sandmückenstichen
Prophylaktisch sollten man seinen
Hund nicht in gefährdete Gebiete mitnehmen, und wenn nicht
vermeidbar, sollte dieser sich abends und nachts in einem mückensicheren
Raum befinden. Bei Ihren Strandspaziergängen selbst in der
Nacht besteht grundsätzlich keine Gefahr, durch Sandmücken
gestochen zu werden. Diese Mücken sind zwar nachtaktiv,
aber sie sind extrem windempfindlich. Im Windschatten, schon
beginnend mit der zweiten Häuserreihe ab Strand können
Sie auf diese Sandmücken treffen. Als allgemeine Vorsorge
wird empfohlen, Ihren Hund mit einem Spray, der den Wirkstoff
"Diethyltoluamid" enthält, einzusprayen bzw. im
Kopfbereich einzureiben. Bei diesem Produkt handelt es sich um
"Autan für Hunde". Mit "Autan für Menschen"
können Sie sich selbst schützen. Versorgen Sie jede
erdenkliche Stelle Ihres Hundes mit dem Mittel. Sandmücken
stechen Langhaarhunde nahezu ausschließlich in den haarlosen
Nasenansatz, in die Augenlider und in die Ohren. Kurzhaarhunde
sind stärker von Leishmaniose betroffen als Langhaarhunde.
Sie werden zudem noch in die Innenseite der Beine, Genitalien
und bei Weibchen in die fast haarlose Milchleiste gestochen.
Haben Sie Ihr Feriendomizil weiter vom Strand entfernt, so reicht
Ihre allabendliche Einsprayaktion nicht mehr aus. Da in strandfernen
Regionen mit einem äußerst hohen Auftreten von Sandmücken
zu rechnen ist, müssen Sie Ihren Hund durch einen dauerhaften
Schutz in Form eines Hundehalsbandes schützen. Das erfolgreich
getestete Hundehalsband wird von Hoechst vet. unter dem Namen
"Scalibor" vertrieben. Es sollte 2 Wochen vor Urlaubsbeginn
dem Hund umgelegt werden, damit sich die Inhaltsstoffe ganz über
den Hund verteilen können. PS.: nach dem Urlaub können
Sie das Halsband Ihrem Hund umlassen, es wirkt weiterhin gegen
Zecken und Flöhe.
Importierte Hunde aus gefährdeten Gebieten sollten auf Leishmaniose
(und andere tropische Krankheiten) untersucht werden. Bei längeren
Urlauben in genannten Regionen den Hund untersuchen lassen, da
eine frühe Therapie noch sehr gute Heilungschancen bietet.
Es gibt keine Schutzimpfungen. Bitte fragen Sie Ihre(n) Tierärztin/Tierarzt
vor Urlaubsantritt nach einer geeigneten Prophylaxe.
Therapie
Eine erfolgreiche Leishmaniose-Therapie
ist bei einem jungen Hund durch Chemotherapie möglich -
je jünger der Hund, desto größer sind die Erfolgsaussichten.
Eine Chemotherapie ist sehr teuer. Sie kostet mehrere Tausend
DM und dauert über 3 Monate mit täglich mehreren Spritzen
und längerandauernden täglichen Infusionen. Vielversprechende
Medikamente befinden sich in der Erprobungsphase.
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Borreliose
Erreger der Borreliose ist Borrelia
Burgdorferi, ein Bakterium. Dieses Bakterium wird durch infizierte
Zecken übertragen. Diese Zecke ist der "gemeiner
Holzbock" (Ixodes ricinus), eine Zecke, die auch in Deutschland
vorkommt. Daneben noch in Mittel-, Ost- und Nordeuropa, aber
auch in Nordamerika und Australien. Die Zecken halten sich in
Bodennähe bis ca. 80 cm Höhe auf, und nicht (wie meist
berichtet) auf Bäumen. In Deutschland tragen ca.30% dieser
Zeckenart den Borreliose-Erreger in sich. 
Durch Ixodes ricinus kann aber auch FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis)
in Deutschland übertragen werden (nur in bestimmten Regionen
und die Zecken sind nicht so hoch infiziert, wie bei Borreliose.
Karten mit FSME gefährdeten Gebieten erhalten sie bei Ihrem
Arzt oder Tierarzt).
Die Zecke hat einen typischen
Lebensraum: Sie kommt vor allem in hohen Gräsern, lichten
Wäldern und Büschen vor (sie sitzen dort auf Zweigen
und Blättern). Zecken werden durch Vorbeistreifen an diesen
Blättern/Zweigen auf die Kleidung/Haut/Fell befördert,
sie fallen nicht vom Himmel (Bäumen). Die Übertragung
von Borrelien ist durch infizierte Zecken vor allem im Frühjahr
und Herbst möglich.
Hunde und Menschen können an Borreliose erkranken (aber
auch andere Tierarten). Wenn die Zecke in den ersten 24 Stunden
nach Biß entdeckt und entfernt wurde (d.h. sie war noch
nicht vollgesogen, sondern noch relativ klein), ist die Wahrscheinlichkeit
einer Ansteckung mit Borreliose-Erregern relativ unwahrscheinlich.
Es ist keine direkte Übertragung zwischen Hund und Hund,
Mensch und Mensch, Hund und Mensch möglich.
Als klinisches Bild ist meist
eine Rötung um die Bißstelle in den ersten 1-3 Wochen
beim Menschen sichtbar, beim Hund sind diese nicht beschrieben
worden (oder auch nicht gesehen worden wegen pigmentierter Haut).
Borreliose verursacht vor allem eine Erkrankung der Gelenke,
des Nervensystem und des Herzens, es können aber auch Haut,
Muskeln, Bänder betroffen sein (Hund und Mensch).
In der ersten Phase der Erkrankung stehen meist nur Müdigkeit,
Unwohlsein und ähnliche unspezifische Symptome im Vordergrund.
Nervensymptome können nach ca. 2 Wochen bis 3 Monate auftreten,
das Spätstadium kann Monate bis Jahre dauern (v.a. Mensch,
hier meist Gelenkserkrankung).
Der
Zeckenbefall wird meist nicht in Zusammenhang mit der späteren
Erkrankung gebracht, da der Biß schon länger zurückliegt
und dadurch vergessen wurde. Dies ist vor allem problematisch,
wenn der Biß vom Mensch nicht bemerkt wird.
Beim Menschen zeigt sich die Erkrankung meist in der Frühphase
durch die besagte Rötung um die Bißstelle (Bitte Arzt
konsultieren), Fieber, Kopfschmerzen und Nachtschweiß.
In der späteren Phase kann es zu Lymphschwellung, Gesichtslähmung,
Arthritis und Herzmuskelentzündung kommen. In der Spätphase
herrscht meist eine chronische Arthritis und eine Knochenentzündung
vor.
Diese Symptome können aber auch durch andere Ursachen bedingt
sein, also bitte vom Hausarzt/Tierarzt genauer untersuchen lassen.
Als Risikogruppe gelten Menschen,
die viel im Freien sind (Jäger, Waldarbeiter, Spaziergänger,
aber auch Kinder, die im Wald spielen).
Hunde, die gerne im Wald toben und dabei viel durch hohes Gras
oder Büsche laufen, sind auch gefährdet.
Die erste Diagnose kann anhand
der Symptome und dem Zeckenbiß gestellt werden (Biß
kann auch länger zurückliegen), der Arzt/Tierarzt wird
eine Blutprobe an ein Speziallabor schicken, die auf Borreliose
untersuchen (Erreger und Antikörpernachweis).
Bei frühzeitiger Erkennung kann eine Antibiotikagabe die
Erkrankung heilen, ohne das bleibende Schäden zurück
bleiben. Bei schon längerer Erkrankung kann eine Behandlung
nur noch einer weiteren Verschlechterung der Symptome vorbeugen,
Heilung ist i.d.R. nicht mehr möglich. Nach Erkrankung wird
keine Immunität für längere Zeit aufgebaut, d.h.
Ihr Hund ist im nächsten Frühjahr/Herbst wieder für
Borreliose empfänglich (Mensch ebenso)!
Deshalb sollten Sie der Prophylaxe
besonderen Wert zuordnen:
- Tragen Sie bei Spaziergängen
in Waldgebieten geschlossene Kleidung, also lange
Kleidungsstücke, ein Hut nützt nichts gegen Zeckenbefall!
- Einpudern oder Ähnliches
(Zedernöl) verhindern kaum den Zeckenbefall.
- Hund und sich selber genau untersuchen
nach jedem Waldspaziergang, Zecken mit Zangen (vom Tierarzt oder
aus der Apotheke) nach Anleitung entfernen, Sie brauchen die
Zecke dabei in keine bestimmte Richtung herausdrehen (Zecken
haben kein Gewinde).
- Bitte kein Öl benutzen,
da die Zecken sich wegen Luftmangel in die Wunde "erbrechen"!
- Hund vor dem Frühjahr impfen
lassen, hierzu fragen Sie am besten Ihre(n) Tierärztin/Tierarzt
um Rat.
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Dirofilariose
Dirofilariose ist die Herzwurmkrankheit
des Hundes.
Der Erreger ist Dirofilaria immitis, übersetzt heißt
er der grausame Herzwurm.
Dieser kommt vor allem im Mittelmeerraum, den Tropen und Subtropen
vor. Er wird durch die weibliche Stechmücke übertragen.
Diese übertragt infektiöse Larven auf den Hund, aus
denen Makrofilarien (erwachsene Würmer) werden, die sich
vor allem in den großen Lungenarterien ansammeln und bei
sehr starkem Befall in das rechte Herz und in die großen
Hohlvenen gelangen können. Die Makrofilarien sind zweigeschlechtlich.
Die "erwachsenen" weiblichen Parasiten gebären
die Mikrofilarien, die über einen erneuten Stechakt des
jetzt infizierten Hundes auf die weibliche Mücke übertragen
werden und sich wieder zur infektiösen Larve entwickeln
können, um damit den Kreislauf von vorne beginnen zu lassen.
Das klinisches Bild ist durch
die Hauptveränderungen durch die Makrofilarien geprägt:
Durch den Befall kann es zu Lungen-, Lungengefäß-,
und Rechtsherzveränderungen kommen. Für den Hundebesitzer
ist meist Husten und Kurzatmigkeit erkennbar. Durch den starken
Befall kann es aber auch zu Venenstau und Thrombosen führen,
die dann lebensbedrohlich sein können.
Diagnostisch kann der Erreger
direkt im Blutausstrich nachgewiesen werden, die Blutentnahme
durch den Tierarzt sollte zwischen 18.00 und 6.00 Uhr erfolgen,
da sich die Mikrofilarien zu dieser Zeit vor allem nah der Hautoberfläche
befinden, um bei einem Mückenstich mit "eingesaugt"
zu werden.
Aber die Mikrofilarien können auch durch andere Verfahren,
bei denen die jungen Würmer angereichert werden, nachgewiesen
werden (wird in größeren Kliniken selbst gemacht oder
durch Einsenden der Probe durch den behandelnden Tierarzt an
ein Diagnostisches Institut).
Die Therapie wird nach der Diagnose
der Dirofilariose zweiwegig gestaltet. Zum einen werden die Mikrofilarien
und zum anderen die Makrofilarien bekämpft.
Bei Vorliegen einer Dirofilariose wird Ihr Tierarzt/Ihre Tierärztin
Sie über eine geeignete Behandlung und die Prognose informieren.
Doch lassen Sie es nicht zu einer
Infektion kommen, denn besser ist immer die Prophylaxe. Lassen
Sie Ihren Hund Zuhause, wenn Sie die oben genannten Regionen
reisen wollen. Ihr Hund könnte sonst auch ein Souvenir vom
Urlaub mit nach Hause bringen! Auch wenn Sie solche Regionen
bereisen und einen armen Hund sehen, den Sie mit nach Deutschland
nehmen wollen, müssen Sie daran denken, daß auch dieser
Hund u.a. an Dirofilariose erkrankt sein kann. Wenn Sie Ihren
"Liebling" unbedingt mitnehmen wollen, dann lassen
Sie ihn nicht am Abend oder in der Nacht draußen. Sondern
nehmen Sie ihn in ein vor Mücken geschütztes Zimmer
mit. Bitte fragen Sie Ihren Tierarzt/Ihre Tierärztin vor
Urlaubsantritt nach einer geeigneten Prophylaxe!
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Ehrlichiose
Ehrlichiose wird beim Hund durch
Ehrlichia canis (ein Bakterium) verursacht. Die Ehrlichien werden
durch infizierte Zecken übertragen.
Diese kommen in den Tropen, Subtropen, im gesamten Mittelmeerraum
und auch vereinzelt in Deutschland vor. Auch der Mensch ist für
die Ehrlichiose empfänglich!!
Meist liegt bei der Infektion
mit Ehrlichiose auch eine Infektion mit Babesien vor.
Ehrlichien vermehren sich in den weißen Blutkörperchen
und behindern so die Immunabwehr des Körpers erheblich.
Die Erreger werden sofort durch den Biß übertragen,
das sofortige Entfernen der Zecken nach Waldspaziergängen
bietet somit keinen sicheren Schutz vor der Erkrankung (falls
Zecke infiziert und somit Überträger war).
Das klinisches Bild zeigt in der akuten Phase, die 1-3 Wochen
nach Infektion auftritt, (dauert meist 2-3 Wochen) Symptome wie
Fieber bis eventuell 41°C, Mattigkeit, eitriger Nasen- und
Augenausfluß, Krampfanfälle und Lähmungen der
Hinterhand.
Die gibt aber auch Phasen, die 6-9 Wochen nach der Infektion
beginnen und dann Monate bis Jahre dauern können. Hier herrschen
meist Blutarmut, Gewichtsverlust und Blutungen vor. Diese sind
für den Besitzer meist sichtbar durch blasse Schleimhäute
und blutigem Kot. Milde Verlaufsformen kommen in dieser Phase
selten vor.
Die Diagnose wird durch den behandelnden
Tierarzt gestellt, der zur Diagnose eine Blutuntersuchungen vornehmen
kann, aber meist eine Blutprobe an ein dafür eingerichtetes
Labor schicken wird.
Die Behandlung wird beim Mensch
und Tier nach der Diagnose der Ehrlichiose mit geeigneten Antibiotika
durchgeführt. Ihr(e) Tierärzt/Tierarzt wird Sie beim
Vorliegen der Ehrlichiose über die weitere Behandlung Ihres
Tieres aufklären.
Bei der Prophylaxe gilt das Gleiche,
wie bei allen durch Zecken übertragenen Krankheiten (siehe
Borreliose).
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Babesiose
Die Babesiose wird beim Hund
durch Babesia canis (ein Einzeller) verursacht. Diese Erkrankung
wird durch Zecken übertragen.
Babesiose kommt weltweit vor, vor allem in den Tropen und Subtropen,
mittlerweile aber auch am Mittelmeer und auch in Deutschland
und Luxemburg.
Zecken sitzen auf Blättern und Büschen und werden beim
Vorbeistreifen auf Haut und Fell übertragen.
Babesien befallen vor allem die roten Blutkörperchen, die
wichtig für den Sauerstofftransport im Körper sind
und zerstören diese.
Das klinisches Bild ist in der akuten Phase durch die Auflösung
der roten Blutkörperchen gekennzeichnet. Dies äußert
sich in Schwäche, blasse und später gelbliche Schleimhäute,
roter bis grüner Harn. Auch Milz- und Leberschwellung sind
möglich, meist besteht Fieber bis über 40°C. Bei
jungen Hunden kann es zu plötzlichen Todesfällen kommen.
Aber auch chronische Verlaufsformen kommen vor. Hier können
wechselndes Fieber, Verlust von Körpergewicht, Bauchwassersucht,
Atemprobleme, ZNS-Störungen und Kreislaufstörungen
auftreten.
Die Diagnose wird anhand des
Erregernachweises durch den behandelnden Tierarzt oder durch
dafür eingerichtete Labore gestellt.
Auch hier ist die Prophylaxe
wichtig (siehe Borreliose).
Eine Impfung ist nicht möglich, da der Impfstoff in Deutschland
nicht erlaubt ist.
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Tollwut (Rabies)
Die Tollwut gehört zu den
am längsten bekannten Infektionskrankheiten. Diese wird
schon 2.300 v. Chr. erstmals erwähnt. 1804 wurde erstmals
die Infektiosität des Speichels nachgewiesen, erst ab 1885
konnte Pasteur eine Schutzimpfung entwickeln.
Von der Tollwut können alle
Säugetiere befallen werden, aber auch Fledermäuse.
Es sterben auch Menschen (auch ein Säugetier) an Tollwut,
dies ist in den letzten Jahrzehnten in den Industrieländern
deutlich zurück gegangen, aber vor allem in ärmeren
Ländern sterben auch heute noch Menschen an der Tollwut.
Früher war der Überträger vor allem der Hund,
heute wird fast nur durch infizierte Füchse (Rotfüchse)
und andere wildlebende Tiere in Deutschland das Virus übertragen.
Tierkadaver können bis zu 90 Tagen das Virus beherbergen.
In der freien Umwelt ist es aber meist nach wenigen Tagen zerstört.
Tollwut ist eine weltweit vorkommende Zoonose (Erkrankung bei
Mensch und Tier möglich).
Die Übertragung erfolgt
durch infizierte Tiere (Menschen) mittels Biß mit hoch
infiziertem (virushaltigem) Speichel, der mit in die Wunde gelangt
oder durch infizierte Tiersekrete, aber auch durch Kratzen und
Lecken ist eine Übertragung möglich. Eine Ansteckung
des Menschen ist auch vor einem sichtbaren Ausbruch beim Tier
möglich. Das Virus lagert sich vor allem an Nervenzellen
und -bahnen an und gelangt so ins Zentrale Nervensystem (ZNS),
dabei vermehrt es sich ständig. Bei einem Biß ins
Gesicht kann das Virus sehr schnell ins Gehirn gelangen, da für
die Zeitspanne zwischen Infektion und Ausbruch der Tollwut die
Entfernung vom ZNS wichtig ist, d.h. bei einem Biß ins
Hinterbein dauert es länger, als bei einem Biß ins
Gesicht.
Als erstes klinisches Zeichen
ist nach ca. drei Wochen bis drei Monaten eine Rötung um
die Bißstelle sichtbar. Allgemeine und spezifische Beschwerden
treten auf, wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
und Fieber. Gefolgt von Unruhe, Muskelspasmen und Krämpfen
bis zum Herzstillstand. Und da das Großhirn nicht infiziert
wird, erfolgen die Krämpfe bei vollem Bewußtsein!
Kurz vor dem Tod ist die Angst, Wasser zu trinken (Hydrophobie),
aber auch Angst vor Licht erkennbar. Die klinische Phase dauert
beim Menschen 2-6 Tage. Jede Tollwutinfektion in dieser Phase
ist tödlich!
Es werden bei der Tollwut drei
Phasen unterschieden. Als erste Phase gilt das Prodomalstadium,
in dem meist übersehbare Änderungen des Verhaltens
auftreten. Wildtiere zeigen keine Scheu vor Menschen mehr oder
Tiere verkriechen sich. In dieser Phase können schon Überproduktion
von Speichel und Schluckbeschwerden auftreten. Diese Phase dauert
wenige Stunden bis zu vier Tagen. Die zweite Phase ist die Exzitationsphase.
Hier treten die "typischen" Tollwutsymptome wie Aggressivität
mit Beißsucht ohne erkennbare Ursache, Übererregung,
Unruhe ("Rasende Wut") auf. Kann bis zu vier Tagen
dauern. Die letzte Phase ist das Paralysestadium. Dies ist durch
Lähmungen gekennzeichnet. Kehlkopflähmungen lassen
die Stimme heiser erscheinen und das Gesicht bekommt einen "verschlagenen"
Ausdruck.. Tod tritt nach 3-4 Tagen ein.
Beim Hund kann aber auch die "stille" Wut vorkommen,
bei der das Erregungsstadium fehlt und nur Lähmungserscheinungen
sichtbar sind. Diese Erscheinungen können auch durch andere
Ursachen bedingt sein, es muß nicht immer Tollwut sein.
Um einer möglichen Infektion zu entgehen, sollte man Kontakt
mit toten Tieren oder verdächtigen Tieren meiden. Nach einem
Biß sollte man selber einen Arzt aufsuchen und Wunde reinigen
lassen, wenn möglich das beißende Tier einfangen oder
töten. Es darf bei Verdacht auf Tollwut für zwölf
Monate kein Blut gespendet werden (!). Bei Verdacht auf Tollwut
ist beim Menschen eine Impfung nach dem Biß noch möglich
und auch notwendig. Bei Personen mit hohem Risiko, wie Tierärzten,
Jägern, Laborpersonal wird eine Impfung empfohlen.
Beim Tier ist jeder Heilversuch verboten! Verdächtige Tiere
müssen eingeschläfert werden!
Deshalb, impfen sie Ihren Hund jährlich gegen die Tollwut,
auch den alten Hund, bei dem gerne die Impfung als unnötig
erachtet wird (Man hat ja schon in der Jugend geimpft). Dies
ist allerdings Quatsch, da auch der alte Hund an Tollwut erkranken
kann, wenn kein Impfschutz mehr besteht.
Vorbeugend kann aber Folgendes
beachtet werden:
- Lassen Sie ihren Hund impfen jedes Jahr.
- Keine Wildtiere anfassen, vor allem, wenn sie ohne ersichtlichen
Grund zahm erscheinen.
- Bißwunden desinfizieren lassen
- Wenn Biß von einem Hund, Impfausweis des Hundes vom Besitzers
verlangen, bei nicht geimpftem Hund muß das Tier zur Beobachtung!
Tollwut kann auch bei anderen
Tierarten vorkommen:
Bei der Katze dominiert die rasende Wut, diese ist sichtbar an
den gleichen Symptomen wie beim Hund. Beim Reh ist ein sicheres
Anzeichen für Tollwut der Angriff auf Menschen (untypisches
Verhalten), aber auch Anrennen gegen Bäume kommt vor. Lähmungserscheinungen
sind häufig sichtbar. Bei Wildtieren allgemein ist eine
gesteigerte Aggressivität und erhöhter Speichelfluß
sichtbar, Füchse sind meist in bewohnten Gegenden auffindbar
und beißwütig. Füchse werden heute mit Köder,
in denen Impfstoff enthalten ist, immunisiert. Diese werden im
Wald ausgelegt oder abgeworfen, die Impfbezirke sind durch Schilder
für Spaziergänger gekennzeichnet.
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